Nachtrag: Politikeragenda

In unserer Präsentation am 30.11.2009 wurde bezüglich des Themas „Politikeragenda“ der Einfluss der Medien auf die Agenda des Präsidenten in Frage gestellt. Nachträglich möchten wir unseren Blog dazu nutzen, um noch einmal einen tiefgründigeren Einblick in die Studie zu geben und eventuelle offene Fragen zu klären.

Die Studie zum Politiker-Agenda-Setting wurde im Jahr 1999 von George C. Edwards und B. Dan Wood durchgeführt. Hierbei wurden drei innenpolitische Themen (Kriminalität, Bildungswesen und Gesundheitswesen) und zwei außenpolitische Themen (amerikanisch-sowjetische Beziehungen und der arabisch-israelische Konflikt) untersucht. Zu den amerikanisch-sowjetischen Beziehungen und dem arabisch-israelischen Konflikt wurden zusätzlich Daten zur tatsächlichen Entwicklung mit in die Analyse einbezogen. Die Studie sollte ermitteln, ob der US-Präsident, der Kongress oder die Medien über das größere Agenda-Setting-Potenzial verfügen. Zwischen 1984 und 1994 wurden schließlich die Themenprioritäten der einzelnen Akteure ermittelt. Bei dem Präsidenten erfolgte dieses mit Hilfe einer Inhaltsanalyse, die anhand einer Zusammenfassung seiner Aktivitäten jährlich veröffentlicht wurde. Des Weiteren wurden Fernsehberichterstattungen und die Protokolle von Anhörungen vor dem Kongress fixiert.

Folgendes Ergebnis lieferte die Studie:

Bei allen drei Akteuren konnten keine besonderen Agenda-Setting-Potenziale ermittelt werden. Begründet werden kann dies damit, dass das politische Geschehen zu einem hohen Maße von sogenannten Sachzwängen (Arbeitsroutinen, unaufschiebbare Termine, langfristig bindende Entscheidungen vorheriger Regierungen oder unerwartete Ereignisse) bestimmt wurde.

Obwohl der Handlungsspielraum relativ klein war, konnten dennoch geringe Agenda-Setting-Potenziale ermittelt werden. Das Verhalten des Präsidenten in Bezug auf seine Regierung war beispielsweise auf wechselnde Themenprioritäten der Medien und im Bereich der Außenpolitik auf äußere Ereignisse gekennzeichnet. Nur bei einzelnen Themen war es ihm möglich, diese so erfolgreich zu veröffentlichen, dass sie von den Medien und vom Kongress auch aufgegriffen wurden.

In „The American Political Science Review, Vol. 93, No. 2″ wurde die Studie „Who Influences Whom? The President, Congress, and the Media von GEORGE C. EDWARDS III und B. DAN WOOD“ im Juni 1999 veröffentlicht.

Aus dieser lässt sich zitieren….

“Influencing the policy agenda has long been viewed as one of the most important sources of political power. For decades, scholars have maintained that the president has the most significant role in setting the policymaking agenda in Washington, but little systematic empirical work has been done to measure the president’s influence. We explore the president’s success in focusing the issue attention of Congress and the mass media by evaluating time-series measures of presidential, mass media, and congressional attention to five issues: crime, education, health care, U.S.-Soviet relations, and the Arab-Israeli conflict. We find that most of the time the president reacts, responding primarily to fluctuations in media attention and world events. In domestic policy, we find a more interactive relationship, one that appears to offer the president the opportunity to act in an entrepreneurial fashion to focus the attention of others in the system on major presidential initiatives.”

Die ganze Studie Who influences Whom – Edward_Wood steht unter diesem Link zur Verfügung.

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